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Eintrag № Stadtuhu

Stadtuhu

bubo urbanus. Der Stadtuhu ist ein nachtaktiver Vogel, der sich an das Leben in menschlichen Siedlungen angepasst hat. Er bewohnt Städte, Dörfer und größere Ansammlungen von Gebäuden, sofern es dort ausreichend erhöhte Ansitzplätze und dunkle Rückzugsorte gibt. Sein auffälligstes Merkmal ist ein ungewöhnlich großer, runder Kopf, der auf einem viel zu kleinen Körper sitzt. Dadurch wirkt der Stadtuhu gleichzeitig niedlich und skurril. Sein Gefieder ist meist graubraun und unauffällig gemustert. Im Schatten von Mauern, Türmen und Dachbalken verschmilzt es so vollständig mit der Umgebung, dass viele Menschen den Stadtuhu erst bemerken, wenn er bereits seit Jahren über ihrem Haus wohnt.

Die großen, runden Augen erinnern an die eines Greifvogels und leuchten in wechselnden Regenbogenfarben. Niemand konnte bisher feststellen, wodurch der Wechsel ausgelöst wird. Die Farben gelten deshalb nicht als verlässlicher Hinweis auf die Stimmung oder Absichten des Tieres. Ausgewachsene Stadtuhus erreichen eine Körperhöhe von etwa 60 bis 75 Zentimetern und eine Flügelspannweite von bis zu 1,60 Metern. Trotz dieser beeindruckenden Maße bewegt sich der Stadtuhu fast lautlos.

Lebensweise

Stadtuhus nisten bevorzugt in Kirchtürmen, Uhrtürmen, Dachböden und verlassenen Gebäuden. Sie nehmen auch eigens angebrachte Nistkästen an, sofern diese hoch genug hängen und niemand auf die Idee gekommen ist, sie mit einem Glöckchen zu schmücken. Ihre Nester bestehen aus wenig mehr als einer geschützten Mulde und dem, was der Wind an brauchbarem Material heranträgt.

Die Nahrung der Stadtuhus hat sich an die jeweilige regionale Küche angepasst. An der Küste stehlen sie bevorzugt Fischbrötchen, andernorts greifen sie nach allem, was herumliegt und essbar aussieht, etwa nach frittierten Kartoffelstangen. Das Vorgehen ist von Tier zu Tier verschieden: Manche warten geduldig auf eine Gelegenheit, andere gehen dummdreist vor und stürzen sich direkt auf ihr Ziel. Unabhängig davon jagen Stadtuhus Mäuse und schützen dadurch indirekt die Getreidevorräte der Stadt.

Rufe und Verhalten

Der typische Ruf des Stadtuhus ist ein tiefes, weithin hörbares »Uhu«, das zwischen Häuserfronten besonders lange nachhallt. Die Tiere passen ihre Rufe an ihre Umgebung an und übernehmen mit der Zeit einzelne Stadtgeräusche: das Knarren eines Ochsenkarrens, das Schlagen einer entfernten Tür oder den Ton einer öffentlichen Uhr. Ein geübter Stadtuhu kann dadurch mehrere Nächte lang für einen schlecht gelaunten Nachtwächter gehalten werden.

Stadtuhus sind Einzelgänger und kennen keine festen Reviere. Wenn sie einander begegnen, grüßen sie sich offenbar freundlich. Mehrfach soll ein Stadtuhu einen anderen mit einem Flügelschlag begrüßt haben; da dieses Verhalten weder häufig beobachtet noch dokumentiert wurde, gilt es als Urban Legend.

Menschen nehmen Stadtuhus nicht als Gefahr wahr. Die Vögel ignorieren einzelne Personen und beobachten lieber das rege Treiben der Stadt von oben. Angeblich lästern sie dabei über die Vorgänge unter ihnen. Ob Stadtuhus überhaupt sprechen können und worüber sie sich gegebenenfalls äußern, ist allerdings unbekannt.

Als Boten eignen sich Stadtuhus, wenn sie entsprechend abgerichtet wurden. Wie das Training genau funktioniert, ist ein gut gehütetes Geheimnis jedes Uhu-Trainers. Die Qualität eines Trainers wird ausschließlich an der Reputation seiner ausgebildeten Stadtuhus gemessen. Gut trainierte Tiere können Briefe von einem Ort zum anderen bringen. Wegen ihrer guten Nachtsicht werden manche Stadtuhus außerdem als Wachuhus eingesetzt. In Polizeiberichten werden sie gelegentlich für ihre Unterstützung bei der Aufklärung von Einbrüchen erwähnt.

Besonderheiten

  • Stadtuhus meiden stark beleuchtete Orte, nutzen aber gern die dunklen Bereiche unmittelbar hinter der Beleuchtung.
  • Ihr lautloser Flug funktioniert auch zwischen engen Häuserzeilen und über belebten Plätzen.
  • Die Farben seiner Augen wechseln unvorhersehbar und lassen keine sicheren Rückschlüsse auf seine Stimmung zu.
  • Stadtuhus können durch Flugprüfungen und ihre Einsätze als Boten- oder Wachvögel den Ruf ihrer Trainer begründen.
Hintergrund & MetareferenzenReale Bezüge, Quellen und Einflüsse

Der Name bezeichnet keinen besonderen Stammbaum, sondern den Lebensraum des Vogels: Der Stadtuhu ist ein Uhu, der die Stadt nicht nur duldet, sondern als geeigneten Lebensraum nutzt. Die Art ist außerdem eine Anspielung auf Stadttauben und ihre selbstverständliche Präsenz im urbanen Raum. Stadttauben gibt es in der Welt des Stadtuhus nicht; die Anspielung bezieht sich ausschließlich auf die reale Welt.